Veranstaltung mit Jusos und Jugendgemeinderat in Bad Mergentheim: Zukunftsvisionen von Jung und Alt

Veröffentlicht am 06.03.2021 in Aktuelles

Personen von links nach rechts: Jordan Murphy, Anton Mattmüller, Luis Willich, Karim Kassab

Am vergangenen Samstag traf sich der SPD-Landtagskandidat Anton Mattmüller gemeinsam mit der SPD-Jugend, Vertretern des Jugendgemeinderates und Mitgliedern des SPD-Fraktion des Stadtrats Bad Mergentheim auf dem Marktplatz, um über Zukunftsthemen des Main-Tauber-Kreises zu diskutieren. Unterstützt wurde die Veranstaltung vom Juso-Landesverband Baden-Württemberg, der unter dem Motto „fahrende Bühne“ den Menschen vor Ort die Möglichkeit zum Austausch bietet. Mattmüller moderierte die Veranstaltung und wies auf Schwächen im ländlichen Kreis hin. So wurden acht Forderungen, die gemeinsam auf Stadt- und Landesebene angegangen werden sollen, festgehalten. Karim Kassab, Vertreter des Jugendgemeinderats Bad Mergentheim setzte sich für mehr jugendliche Begegnungsstätten und Kulturangebote ein. So soll der Stadtstrand entlang der Tauber in den Plänen zur Landesgartenschau 2034 realisiert werden, für die es vor Kurzem den Zuschlag zur Ausrichtung gab. „Am Ende muss der Stadtstrand dann eine sehr gute Aufenthaltsqualität für alle Bürger*innen unserer Stadt bieten“, meint Jordan Murphy, Mitglied der SPD-Fraktion im Stadtrat. Auch gab es seitens der Jugend den Vorschlag, eine hiesige Eishalle zu errichten. „Für solche Attraktionen fährt man von der Schule aus bis nach Heilbronn oder Würzburg. Das muss doch auch in unserem Kreis möglich sein, um auch jüngere Generationen und Familien näher zu bringen und neue Freizeitmöglichkeiten zu schaffen“, meint Kassab. Finanziell gestalte sich dies wohl eher schwieriger. „Im Fokus liegt bei uns momentan der Erhalt der Freibäder in Althausen und Wachbach. Darüber hinaus setzen wir uns weiter gegen die Erhebung von Hallennutzungsgebühren für Sportvereine in Bad Mergentheim und den Teilorten ein, damit die Vereine nicht weiter finanziell belastet werden.“, entgegnet Stadtrat Murphy.

Auch Mattmüller begrüßt das Engagement für die Zukunft des Main-Tauber-Kreises. „Um gegen Stadtflucht und den demographischen Wandel vorzugehen, muss auch auf ländlichem Raum Kulturangebot geschaffen werden. Die Nachfrage ist, wie man heute sieht, sehr hoch.“ Tatsächlich zeigten sich viele interessierte Radfahrer und Passanten bei der lebhaften Diskussion in der Fußgängerzone. 

Auch die SPD-Fraktion ist sich darüber einig – diesbezüglich würden die Unternehmen und Einzelhändler in Bad Mergentheim eine Kernrolle spielen, denn diese schaffen zum einen Arbeits- und Ausbildungsplätze für Jugendliche, erhöhen die Attraktivität der Kernstadt und sorgen zum anderen auch für wichtige Steuereinnahmen in der Stadtkasse.

Weiterhin wurden die Themen Klima und Mobilität angesprochen. Die Anbindung der Ortsteile an die Kernstadt soll im ÖPNV ausgebaut werden. „Man dürfte die Ortsteile Bad Mergentheims nicht vernachlässigen“, so Kassab. Mattmüller wies auf die Forderung der SPD Baden-Württemberg, ein 365€-Ticket einzuführen, das für 1€ pro Tag für alle bezahlbar und erreichbar sei, hin. So ließe sich auch die Verkehrswende erleichtern.

Ebenso sei die Schaffung von Radwegen essentiell. „Im Sommer wären viele Berufstätige bereit, auf das Fahrrad umzusteigen, sollten die Radwege entsprechend vernetzt sein“, meint Murphy. Zudem führt der gebürtige Wachbacher an, das Angebot des Ruf Taxis zu nutzen, hier gäbe es bereits eine flexible und relativ kostengünstige Alternative, um mobil zu sein.

Mattmüller setzt sich in seinem Wahlkampf stark für den Klimaschutz, besonders in Bezug auf den Wald, ein. „Der Wald muss unbedingt erhalten bleiben, indem wir ihn wieder leben lassen“, forderte er und unterstrich die Notwendigkeit vermehrt auf Mischwälder mit zukunftsfähigen Baumarten zu setzen. Murphy berichtete über Möglichkeiten und Chancen im Bauvorhaben der Stadt, um die Klimaziele zu erreichen: „In Sachen Klimaschutz gibt es in Bad Mergentheim bereits gute Ansätze beispielswiese mit dem Naturwärmekraftwerk, dem runden Tisch Biodiversität, der Projektgruppe Waldumbau und dem kürzlich erfolgten Umstieg der Verwaltung auf den Heimatstromtarif des Stadtwerks, welcher zu 100% aus erneuerbaren Energien aus der Region gespeist wird.“ Außerdem setzt sich die Bad Mergentheimer SPD mit Nachdruck für die Erstellung eines Klimaschutzkonzepts ein, welches nun auch die Zustimmung der CDU erhalten hat, und in Angriff genommen werden kann.

Kontrovers diskutiert wurde ebenfalls der Ruf Bad Mergentheims als Kurort: Während Jugendliche die Stadt nicht mehr als Entspannungsoase für ältere Menschen wahrnehmen, schätzen gerade die „Best Ager“ Bad Mergentheim als Kurort. So nimmt dies auch die SPD-Fraktion wahr: „Wir erleben Bad Mergentheim als lebendige und vielfältig Gesundheits- und Tourismusstadt. Die Kurkliniken und der Kurpark sind weiterhin ein fester und sehr gefragter Bestandteil der Gesundheitsstadt und fördern den Tourismus“. Ebenso seien Kuren auch für junge Familien mittlerweile stark gefragt. Natürlich solle sich keine Generation vernachlässigt, sondern sich hierzulande wohlfühlen. Dementsprechend ist es wichtig, im ständigen Austausch miteinander zu leben und auf die Anliegen der Mitbürger*innen, egal ob klein oder groß, Acht zu geben.